„Wir wollen keine Mietskasernen bauen.“

Das erste Haus

Das erste Haus am Zeiseweg (1893) war ein Backsteinbau. Die nächsten 20 Jahre baute die Genossenschaft Häuser mit verputzten und geschmückten Fassaden, in denen der Backstein als Dekorelement genutzt wurde. (Bild: altoba)

Unerwartet kann der Spar- und Bauverein von der Stadt ein Grundstück im geplanten gutbürgerlichen Gerichtsviertel erwerben – nicht billig, aber zentral gelegen. Hier wird das erste Arbeiterwohnhaus Altonas mit hellen und hygienisch einwandfreien Wohnungen entstehen. Hier müssen sich die Nachbarn nicht länger eine gemeinsame Toilette im Treppenhaus teilen. Und der Hof ist nicht mit Schuppen, Werkstätten und Hinterhofwohnungen zugestellt. Stattdessen erhält hier jeder Bewohner ein kleines Gartenstück. Finanziert wird der Bau durch einen Kredit des Altonaischen Unterstützungsinstituts. 

Die Backsteinfassade des ersten Hauses fällt auf – so etwas sieht man sonst bei öffentlichen Gebäuden und Fabriken. Sie hätte einen wegweisenden Architekturstil im Arbeiterwohnungsbau Altonas begründen können. Doch Backstein erscheint dem Vorstand zu kasernenartig. Also baut man die nächsten Häuser mit verzierten, historisierenden Fassaden. Die Botschaft ist klar: „Bei uns wohnen Arbeiter wie Bürger.“ Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 stehen diese Häuser des Spar- und Bauvereins für den neuen Arbeiterwohnungsbau in Altona.

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Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt. Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.