Der Bau des Schützenblocks

Bauen in der Weimarer Republik

Mit seiner beeindruckenden Fassade im Stil der Heimatschutzbewegung ist der Schützenblock ein „Hingucker“.
(Bild: altoba)

Im Ersten Weltkrieg (1914-18) muss man das aktuelle, 1913 begonnene Bauvorhaben – der Schützenblock – ruhen lassen. Der Häuserblock mit rund 580 Wohnungen soll mit Backsteinen, Erkern und geschwungenen Giebeln im Stil der Heimatschutzbewegung gebaut werden. Architekt ist Hans Meier, der bis in die 1950er als „Hausarchitekt“ für den Spar- und Bauverein tätig sein wird. An einen schnellen Weiterbau ist jedoch auch nach dem Krieg nicht zu denken. Es fehlt an Baumaterial und an Geld. Außerdem müssen die übrigen Häuser der Genossenschaft modernisiert werden – viele haben noch keinen Strom. 1923 bringt die Inflation alle Aktivitäten zum Stillstand. Mit Mühe kann die Spareinrichtung einen Teil der Einlagen retten. 

In Altona ist Arbeiterwohnungsbau jetzt erstmals Chefsache im Rathaus. Der sozialdemokratische Bürgermeister Max Brauer und sein Bausenator Gustav Oelsner planen das neue Altona. Der Spar- und Bauverein ist dabei neben der neuen kommunalen Wohnungsgesellschaft „Saga“ der wichtigste Akteur. Das Neue Altona soll im Stil des Neuen Bauens (Bauhaus-Stil) entstehen. Der Schützenblock muss jedoch nach den alten Vorkriegsplänen fertiggestellt werden. 1924 kann sein Bau mit Mitteln der neuen Hauszinssteuer fortgesetzt werden. Jeder Hausbesitzer, auch der Spar- und Bauverein, muss die Hauszinssteuer zahlen, mit der reichsweit der gemeinnützige Wohnungsbau finanziert wird. 1928 kann der Schützenblock bezogen werden.

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Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.