„Die Ideen müssen von den Mitgliedern kommen.“

Die Gründung des Verein „Vertrautes Wohnen“ 1996

Generationen-Begegnung im Nachbarschaftstreff: Schüler der Max-Brauer-Schule präsentierten Ergebnisse ihrer Projektarbeit „Wohnen bei Genossenschaften“. (Bild: Kristina Wedekind)

In den frühen 1980er Jahren befindet sich der Wohnungsmarkt in Hamburg aus Sicht der Immobilienwirtschaft in einem tiefen Tal. Es gibt Leerstände. Mietinteressenten haben die Qual der Wahl. „Einem Genossenschaftsmitglied, das Anteile erwerben muss, müssen wir einen Mehrwert bieten. Und der muss darin liegen, die alten genossenschaftlichen Werte von Solidarität und Gemeinschaft wiederzubeleben“, sagt Uwe Blöcker 1995 auf seiner Abschiedsrede als Verbandsdirektor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen. Die alten Ideale nämlich seien in vielen Genossenschaften in Vergessenheit geraten.

Nachbarschaftliches Miteinander am Feierabend wird für immer mehr Menschen durch das Beisammensein der Familie vor dem Fernsehgerät ersetzt. Der Spar- und Bauverein nimmt Uwe Blöcker beim Wort und gewinnt ihn, für die Genossenschaft den Verein „Vertrautes Wohnen im Altonaer Spar- und Bauverein“ aufzubauen. Hier sollen die Mitglieder aller Altersklassen einen Freiraum für ihre gemeinsamen Interessen finden. Der Verein wird ehrenamtlich von ihnen organisiert. „Die Ideen müssen von den Mitgliedern kommen und nicht von uns am grünen Tisch erarbeitet werden“, gibt Blöcker die Richtung vor. Eine Idee mit Potenzial, und tatsächlich gibt es inzwischen fünf Nachbarschaftstreffs, ein umfangreiches Ausflugs- und Kulturprogramm für die Mitglieder, ein von der altoba betriebenes Sozialmanagement und eine Stiftung.

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Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.