„Lassen Sie sich nur von dem Bestreben um das Wohl der Genossenschaft leiten!“

Der Nationalsozialismus 

42 Häuser des Spar- und Bauvereins wurden im Krieg total zerstört, 28 Häuser wurden schwer beschädigt. Im Bild zu sehen: Der Schützenblock. (Bild: altoba) 

Wie alle Wohnungsbaugenossenschaften im „Dritten Reich“ wird auch der Altonaer Spar- und Bauverein 1933 gleichgeschaltet. Da fast alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Mitglied der SPD sind, müssen sie ihre Posten räumen. Nur der Vorstandsvorsitzende Hermann Jeddicke darf bleiben. Die Nazis wissen, dass sie an der Spitze der Genossenschaft erfahrenes Personal brauchen. Die neuen braunen Vorstandsmitglieder werden aus den Reihen der Mitglieder gewählt. Jeddicke soll sie, so die Hoffnung des alten Vorstands, davon abhalten, der Genossenschaft zu schaden. Das tut er und appelliert an die neuen Gremien: „Lassen Sie sich nur von dem Bestreben um das Wohl der Genossenschaft leiten!“

Entgegen ihrer Ankündigung bringen die Nationalsozialisten in Altona städtebaulich wenig auf die Beine. Nur der Spar- und Bauverein baut in nennenswertem Umfang neue Wohnungen. Immer mehr Altonaer wollen deshalb Mitglied werden. Bald muss ein Aufnahmestopp verfügt werden. Große Teile des Röhrigblocks werden in diesen Jahren fertiggestellt – und das trotz fehlenden Baumaterials. Beton wird für die neuen Bunkeranlagen gebraucht. Auch die Genossenschaft muss sich am Bunkerbau beteiligen. Durch die Bombenangriffe kommen keine Mitglieder des Spar- und Bauvereins zu Tode. Der Gebäudebestand leidet jedoch, es gibt mehrere Totalverluste, kein Haus bleibt unbeschädigt.

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Hermann Jeddicke führte die Genossenschaft durch die schweren Jahre des Nationalsozialismus. Bild: altoba


Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.