„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben ...“

Nachbarschaft in den ersten Jahrzehnten

Die ersten Kinderfeste in den 1950er Jahren wurden von den Kindern selbst organisiert. (Bild: altoba)

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Das geflügelte Wort gilt auch für den Spar- und Bauverein. Doch auch wenn der Vorstand sich immer wieder mal mit Nachbarstreitereien befassen muss, überwiegt doch die Zahl der Frommen. Auf den Höfen der Genossenschaftshäuser haben die Mitglieder kleine Gärten. Hier bauen sie Gemüse an, hier halten sie ihre Kaninchen, und hier treffen sie sich mit Nachbarn. Dann wird auch gesungen. Besondere Angebote wie Gemeinschaftsräume für die Mitglieder sind noch nicht nötig.

Alle haben lange, schwere Arbeitstage hinter sich. Da ist es ärgerlich, wenn Kinder lärmen. Besonders „herumlungernde“ Jugendliche gehen einigen Mitglieder auf die Nerven. Dann ist die behutsame Regie des Vorstands gefragt, um die Situation zu entschärfen. In den 1930er Jahren werden die Gärten zugunsten einer gemeinsamen Hofanlage abgeschafft. Jetzt gibt es hier auch Kinderspielplätze. Das Spielen auf der Straße ist zu gefährlich geworden. Nach dem Krieg schweißen zwei Neuerungen die Nachbarn in besonderer Weise zusammen: An die gemeinsamen Ferien im eigenen Ferienheim „Bruhnskoppel“ und an die Kinderspielfeste erinnern sich die Mitglieder noch nach Jahrzehnten.

weiter >


Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.