1904 neue Wohnungen in 22 Jahren

Hausbau bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Die Besonderheit des Arbeiterwohnungsbaus wie im Bahrenfelder Dreieck veranschaulichte ein Porträt der Siedlung aus der Vogelperspektive. (Bild: altoba)

Ihre Erfolge muss die Genossenschaft sich hart erkämpfen. Die Stadt verweigert ihr nach dem Bau der ersten Häuser weitere Grundstücke. Die Haus- und Grundbesitzer in der Bürgerversammlung haben sich durchgesetzt. Grundstücke auf dem freien Markt aber sind teuer. Also muss die Genossenschaft effizient bauen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen und die Mieten erschwinglich bleiben. Die nächsten Häuser – darunter der Barnerblock (1900), die Häuser im Gerichtsviertel (1898-1905) und die am Brunnenhof (1910) – werden deshalb höher gebaut. Den für die Renditeberechnungen optimalen Wohnungsgrundriss zeichnet der Aufsichtsratsvorsitzende H. Lippelt. Die neuen Häuser der Genossenschaft sind für damalige Verhältnisse riesige Blocks. Sie dominieren ihre Viertel mit ihrer Präsenz – ein Novum im kleinteiligen Altona. 

Solange die Genossenschaft in Arbeiterquartieren wie Ottensen und der Altstadt baut, kommt die Stadt ihr bei Baugenehmigungen entgegen. Als der Altonaer Spar- und Bauverein jedoch ein großes Areal in Bahrenfeld kauft, sperrt die Politik sich. Trotz des benachbarten Gaswerks und des Güterbahnhofs will man hier keinen Arbeiterwohnungsbau. Etwas Villenartiges soll es sein. Als baut die Genossenschaft eine gartenstadtähnliche Siedlung mit 600 Wohnungen– das Bahrenfelder Dreieck (1905-1912).

weiter >

Beim Altonaer Spar- und Bauverein wohnte der Arbeiter wie ein Bürger. Hier: Am Brunnenhof, St. Pauli (Bild: altoba)


Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.