„Lasst uns eine Genossenschaft gründen!“

Die Gründung im Jahre 1892

In der Altstadt wohnte „der kleine Mann“ in engen, feuchten und dunklen Wohnungen. (Bild: Puls/Altonaer Museum)

Die Stadt verfügt durch die Eingemeindung der benachbarten Industriestadt Ottensen erstmals seit Jahrzehnten wieder über solide Steuereinnahmen. Eine Chance, das Image der Arbeiterstadt Altona mit seinen heruntergekommenen Wohnquartieren aufzupolieren. Das Elend in diesen Vierteln ist bekannt. In bürgerlichen Zirkeln wie dem Evangelisch-Sozialen Verein wird es seit Langem diskutiert. Doch die Stadt will nicht eingreifen. Stattdessen beschließt sie, ein neues gutbürgerliches Wohnviertel zu bauen. Für das Los der Arbeiter, die kaum zum Steueraufkommen Altonas beitragen, interessiert der Magistrat sich nicht. Doch die „kleinen Leute“ wissen sich selbst zu helfen. Im Evangelisch-Sozialen Verein appelliert ein Handwerker: „Lasst uns eine Baugenossenschaft gründen!“ Ein geradezu revolutionärer Gedanke, denn es gibt kaum Vorbilder. Das neue Genossenschaftsgesetz ist gerade einmal zwei Jahre alt. Für die 39 Männer, unter ihnen auch bekannte Bürger der Stadt, die am 4. Mai 1892 den „Altonaer Spar- und Bauverein“ gründen, ist es ein Sprung ins kalte Wasser.

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Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt. Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ > Erfahren Sie mehr über dieses Buch.