„Warum sollen wir unseren Mitgliedern vorschreiben, wie sie wohnen sollen?“

Modernes Bauen heute

In der Erdmannstraße hat der Spar- und Bauverein sein erstes Passivhaus gebaut. Die übrigen Häuser der Anlage sind Niedrigenergiehäuser.

Im Straßenbild fallen die modernen Genossenschaftshäuser der altoba nicht mehr auf. Wer kann noch mit Sicherheit sagen, ob sich hinter einer Fassade Eigentums- oder Mietwohnungen verbergen, ob ein privater Bauherr oder eine Genossenschaft gebaut hat? Und dennoch unterscheiden sie die modernen Häuser des Altonaer Spar- und Bauvereins von denen anderer Bauherren. Der wichtigste Unterschied liegt im Bauen. Der Weg, der zum Ziel führt, wird neu abgesteckt. 1992 werden erstmals die zukünftigen Bewohner eines Hauses in die Bauplanungen mit einbezogen.

Die Mitgliederstruktur der altoba ist im Wandel begriffen. 60 Prozent haben Abitur oder haben studiert. Lebensentwürfe werden neu gestaltet. „Warum sollen wir unseren Mitgliedern weiterhin vorschreiben, wie sie wohnen sollen“, fragt Vorstandsvorsitzender Holger Kowalski. „Das hat man früher gemacht, wir machen es anders.“ Gemeinsam mit dem Architekturbüro Huke-Schubert Berge Architekten entsteht eine Reihe von Häusern, bei denen Grundrissgestaltung die Mitglieder aktiv in die Planung einbezogen werden. Das Ergebnis überzeugt. Die Ideen der Mitglieder sind vernünftig, einer Nachvermietung stehen sie nicht im Weg. Die neuen Häuser gewinnen an Nachhaltigkeit.

Gleichzeitig arbeitet der Spar- und Bauverein mit Wohnprojekten wie zum Beispiel der Arche Nora zusammen. Mit der Einrichtung einer Dementen-Wohngemeinschaft in der Kleinen Bergstraße 2012 reagierte die Genossenschaft zuletzt auf die Herausforderungen des demografischen Wandels. Die Zukunft kann kommen, die altoba ist vorbereitet.

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Autor: Dr. Holmer Stahncke, Autor des Buchs: „Eine Genossenschaft und ihre Stadt.
Die Geschichte des Altonaer Spar- und Bauvereins.“ Erfahren Sie mehr über dieses Buch.